Dorf & Umland – Buck’s Bicycle
Was wäre, wenn eine Rockband nur in der Vorstellung ihres Schlagzeugers existierte? Philipp Buck, in Köln lebender Schlagzeuger und Komponist, hat für eine solche imaginäre Besetzung Musik geschrieben: rhythmisch komplex, präzise gebaut und zugleich voller Energie. Mit Buck’s Bicycle bekommt diese Musik nun ein reales Gefährt – und eine ungewöhnliche Besetzung: Schlagzeug trifft auf zwei Synthesizer, gespielt von Jan Lukas Roßmüller und Simon Below.
Zwei elektronische Stimmen und ein Schlagzeug: Mehr braucht es nicht, um aus Bucks Kompositionen ein dichtes und überraschend variables Klangbild entstehen zu lassen. Die Synthesizer können Flächen und Räume öffnen, ineinandergreifen oder gegeneinander arbeiten; Bucks Schlagzeug hält dagegen, treibt an, verdichtet und setzt immer wieder neue Impulse. Aus der klaren Konstruktion der Stücke entstehen so Momente von großer Intimität ebenso wie musikalische Eruptionen.
Der Name Buck’s Bicycle ist dabei mehr als eine charmante Metapher. Die Musik folgt tatsächlich einer Art Rennrad-Dramaturgie: Sie sucht Geschwindigkeit, arbeitet mit Dynamik und Balance, kennt Anstiege und Abfahrten, enge Kurven und lange Sprints. Mal bewegt sich das Trio mit fast filigraner Präzision, mal entwickelt es einen Sog, dem man sich kaum entziehen kann.
Dabei bleibt die Musik stets in Bewegung. Elektronische Klanglandschaften treffen auf organische Rhythmik, durchkomponierte Passagen öffnen sich für Improvisation. Nichts wirkt dabei wie ein bloßes Nebeneinander von Jazz, Elektronik und Rock. Buck’s Bicycle entwickelt aus diesen Elementen eine eigene Sprache – konzentriert, eigenwillig und mit deutlich spürbarem Vorwärtsdrang. Eine musikalische Etappenfahrt also, bei der nie ganz sicher ist, was hinter der nächsten Kurve wartet.
Jan Lukas Roßmüller – Synthesizer
Simon Below – Synthesizer
Philipp Buck – Schlagzeug
© Patrick Essex, Marlene Raab, Laura Thomas
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